Ausstellungen
August bis Dezember 2001
Angekommen Angenommen?!
|
Mit dem Ausgang des von Adolf Hitler und seinen Paladinen 1939
vom Zaun gebrochenen 2. Weltkrieges strömten zwischen 1944/45
und 1950 etwa 12 Millionen Deutsche als Flüchtlinge und Vertriebene
aus ihren angestammten Siedlungsgebieten in Ost-, Mittel- und Südosteuropa
in das in Folge des verlorenen militärischen Ringens ausgeblutet
darniederliegende Restdeutschland.
Flucht- und Vertreibungsgepäck
|
Ankunft vertriebener sudetendeutscher
Frauen und Kinder im Restdeutschland des Jahres 1945
|
|
|
Die sich daraus für das Kreisgebiet ergebende Krisensituation galt es seitens des Landratsamtes und der Gemeindeverwaltungen in Abstimmung mit der örtlichen amerikanischen Militärregierung und im Zusammenspiel mit verschiedenen Wohlfahrtseinrichtungen zu meistern: Für die Neuankömmlinge musste die Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung gesichert und die Unterbringung organisiert werden.
|
||
|
|
||
|
Bereits 1949 beteiligte sich die Landsmannschaft Schlesien, Ortsverband Grafing, mit "Rübezahl und seinen Zwergen" aus der schlesischen Märchenwelt an der traditionsreichen Grafinger Leonhardifahrt, die damals ihr 250. Jubiläum feierte (Käthe Nather, Grafing) |
Bald jedoch schon begannen die Flüchtlinge und Vertriebenen im Landkreis ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Sie wählten aus ihrer Mitte Vertreter ihrer Belange in die Kommunalparlamente sowie in den Kreistag. Nach ersten Jahren, in denen sich Einheimische und Neubürger in einem emotionsreichen und von vielen Schwierigkeiten gezeichneten Entwicklungsprozess aneinander gewöhnt und die für beide Seiten gleichermaßen gegebenen Hauptprobleme der Nachkriegszeit gelöst hatten, trat eine allmähliche Normalisierung des Lebens ein: Die Flüchtlinge und Vertriebenen wurden in ihrer neuen Umgebung endgültig sesshaft, gliederten sich in den Arbeitsprozess ein oder schufen selbst neue Betriebe. Um in der neuen Gesellschaft in ihrem Selbstverständnis angemessen auftreten und bestehen zu können, gingen Flüchtlinge und Vertriebene schon frühzeitig daran, sich gesellschaftlich zu organisieren und getragen vom Gedanken der inneren Solidarität einer Schicksalsgemeinschaft in Vereinigungen zusammenzuschließen. In Anerkennung der jeweiligen Eigenheiten des Anderen kam es schließlich auf den verschiedensten Ebenen zu einem allmählichen gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenwachsen von Einheimischen und Neubürgern.
|
|