Ausstellungen
25. April bis 10. Mai 2002
Kloster Ebersberg
Prägekraft christlich-abendländischer
Kultur
im Herzen Altbayerns
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Im Jahre 934 wurde das Kloster Ebersberg als Kanonikerstift gegründet.
Wenige Jahrzehnte später erfolgte seine Umwandlung in eine
Benediktinerabtei. Nachdem die Benediktiner das Kloster durch mehrere
Jahrhunderte mit wiederholten Zeiten der Hochblüte geführt
hatten, kam es 1596 nach einer Phase des Niedergangs an die Jesuiten,
die es mit neuem Leben erfüllten und ihm neuen Glanz verliehen.
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Westansicht des Klosters Ebersberg.
Kolorierte Xylographie von Link im "Kalender für katholische
Christen auf das Jahr 1869", die der Ansicht der Ebersberger
Jesuitenresidenz in dem 1690 erschienenen 2. Teil des von Anton
Wilhelm Ertl herausgegebenen "Chur-Bayerischen Atlasses"
nachempfunden ist.
Im 18. Jahrhundert fand die Jesuitenresidenz Ebersberg wiederholt bildliche Darstellung. Auffällig ist dabei, dass sich die Künstler jeweils für eine Ostansicht der Klosteranlage entschieden und diese offenbar nicht nach der unmittelbaren Realität wiedergaben, sondern von geringfügigen Abweichungen und Variationen abgesehen nach "Vorbildern" gestalteten, konkret nach einem von Anton Vicelli für die Ausstattung der zwischen 1668 und 1671 eingerichteten Sebastianskapelle geschaffenem Gemälde (um 1670), einer Federzeichnung Johannes Hörmanns (um 1670) und einem Kupferstich Michael Wenings (1701), wobei die beiden letztgenannten Abbildungen sich ihrerseits bereits an dem zuerst entstandenen, gemalten Bild orientiert hatten. Entsprechend dieser Darstellungstradition treffen wir auch in allen Ostansichten der Ebersberger Jesuitenniederlassung wirklichkeitswidrig auf die mächtige, von Jakob Balde (1604- 1668) noch besungene, jedoch dann 1671 einem Sturm zum Opfer gefallene Linde. |
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Das Kloster Ebersberg als ein Zentrum der Sebastiansverehrung Im Auftrag der Ebersberger Grafen Eberhard und Adalbero
brachte der Kanonikerpropst Hunfried im Jahre 931 von einer Romreise
eine wertvolle Reliquie, namentlich die Hirnschale des Heiligen
Sebastian mit, die in einer auf gräfliche Weisung hin in Ebersberg
errichteten Kirche Verwahrung finden sollte.
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![]() Relief der Deckplatte des aus Adneter Rotmarmor gearbeiteten Stifter-hochgrabes 316 x 161 x 40 cm; 1500 (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München) Modell der Ebersberger Klosterkirche
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Das Relief der Deckplatte der Tumba zeigt unter anderem das Gründerehepaar, das in den Händen das phantasievolle Modell der zweitürmigen und dreischiffigen "Ebersberger" Klosterkirche zeigt. Tatsächlich nämlich ist das dargestellte Gotteshaus mit demjenigen identisch, das sich auf dem ebenfalls auf den Meister aus Wasserburg zurückgehenden Stifterhochgrab von Attel findet. | |
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Illuminierte Musikhandschriften aus dem Kloster Ebersberg ![]() Initiale mit dem Märtyrer Sankt Sebastian in einem um 1458 entstandenen Graduale de sanctis des Klosters Ebersberg. (Bayerische Staatsbiblio-thek, München) Aus dem Bestand der Ebersberger Klosterbibliothek haben sich unter
anderem sieben kostbar illuminierte Musikhandschriften erhalten.
Diese Kodizes, bei denen es sich um vier Antiphonarien, zwei Gradualien
und ein Psalterium handelt, entstanden unter der Regierung der Äbte
Eckhard (1446-1472) und Sebastian (1472-1500). Der Grund für
die Herstellung eines komplett neu geschriebenen Satzes an Handschriften
für die liturgischen Gesänge ist in der in Ebersberg ab
Mitte des 15. Jahrhunderts umgesetzten Melker Reform zu sehen.
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Initiale mit dem Christuskind in einem
um 1453 entstandenen Antiphonarium de tempore des Klosters
Ebersberg. |
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![]() Detail aus einem kolorierten Kupferstich der 18. Landtafel des Peter Weinerus 43 x 32,7 cm; 1579 (Bayerisches Landesvermessungsamt, München) |
Das Kloster Ebersberg in der Karte des Weinerus ![]() Ausschnitt der Abb. rechts
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